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Jugendtörn Balearen vom 2. bis 9.10.2008
Pto. D’Andraitx – Palma de Mallorca

Sonne, Bier und Ballermann – das sind doch so die gängigen Bilder wenn man an Ferien auf Mallorca denkt? Doch es geht ja bekanntlich auch anders. Am 2. August fand sich unsere Crew, bestehend aus zwei Frauen und fünf Männern so langsam „tröpfchenweise“ am Hafen von Andraitx zum Beginn des Jugendtörns ein. Da Michael bereits am vorherigen Törn teilgenommen hatte, war er auch schon an Bord der „Flying“, was für eine schlanke Bootsübergabe ohne riesige Systemerklärungen sorgte. Marion und Thomas waren bereits am Abend vorher nach Mallorca gereist und trafen deshalb schon gegen Mittag im Hafen ein. So konnte unser Dreierdetachement dann auch bereits mit dem Einkaufen beginnen. Am späteren Nachmittag trafen dann auch die anderen Crewmitglieder ein. Zusammen wurden die 120l Wasser, 50 Cola-Dosen, eine nicht näher zu bezeichnende Anzahl Bierdosen, Fleisch, Spaghetti, Melone, Müesli, Yoghurt, und was man sonst noch so alles auf so einem Törn braucht, schliesslich in die unendlichen Tiefen der Bilgen verstaut. So wurde es dann schon bald Abend und wir entschlossen uns, den Törn beim gemütlichen Nachtessen im Restaurant so richtig beginnen zu lassen.

Am nächsten Morgen hiess es dann für die beiden Skipper, Andy und Michael, früh aufstehen: Während der Rest der Crew noch etwas ausschlief, legten wir bereits um 6 Uhr in der Früh vom Steg im Andraitx ab. Unser Tagesziel: Cala d’Espalanador auf der Isla de Formentera, Distanz ca. 70sm. Leider war der Wind kein wirklicher Verbündeter, und so nahmen wir halt schweren Herzens bereits die ersten 50 Motormeilen in Kauf. Belohnt wurden wir dafür mit einem Super-Sonnenuntergang „wi ir Badwannä“ in der Cala Sahona.

Am nächsten Tag genossen wir das glasklare Wasser und machten uns am Nachmittag auf Richtung Ibiza Stadt. Nach erfolgloser einstündiger Suche nach einem Hafenplatz, und der einschlägigen Erfahrung dass man ohne Spanischkenntnisse auf dem VHF Funk schlicht ignoriert wird, mussten wir uns dann schweren Herzens entscheiden, wieder kehrt zu machen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit umrundeten wir unter Maschine die Südostspitze Ibizas und übernachteten in einer schönen Bucht, wo wir anschliessend noch für einen kleinen Imbiss in die Strandbeiz gingen.

Mittlerweile war schon Dienstagmorgen, und wir mussten langsam an den Schlag zurück nach Mallorca denken. Wir starteten deshalb wiederum früh, und liefen den Hafen von San Antoni an der Westküste Ibizas an. Nachdem wir unsere doch arg geschwundenen Wasservorräte ergänzt, und auch unseren Kühlschrank wieder mit Lebensmittel gefüllt hatten, begaben wir uns nun noch in eine malerische Bucht zum Badestopp.
Frisch gestärkt mit Hörnli und Ghackets liefen wir sodann kurz vor 21 Uhr – pünktlich zum malerischen Sonnenuntergang – zum Nachtschlag aus. Leider mussten wir mangels Wind die ganze Nacht unter Maschine verbringen. Nichtsdestotrotz wurde es uns nie langweilig die vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffe und Frachter auf dem Radar zu verfolgen, „Feuer in der Kimm“ zu peilen, oder aber auch einem Schleppverband auszuweichen, der zuvor ca. 3 sm entfernt vom Radar verschwunden war, und uns dann ganz energisch anfunkte doch bitte auszuweichen, er habe Maschinenprobleme

So kamen wir dann schliesslich am späteren Nachmittag in der Cala Marmols an. Diese malerische Bucht bietet Platz für nur gerade ein bis zwei Schiffe. Nachdem wir uns aber noch „nachttauglich“ vertäut hatten (Buganker, Heckanker zum mildern des Schwells und Landleine), hatten wir die Bucht dann definitiv für uns alleine „eingenommen“.

Am Donnerstag ging’s dann schliesslich noch für einen kleinen Sprung zu einer Bucht nahe dem Örtchen Campos. Von dort sollte dann der letzte 25sm Schlag nach Palma am frühen Freitagmorgen erfolgen. Gesagt, getan, morgens um 5 Uhr waren wir wiederum mit einer 3er Wache auf Deck und wollten den Anker bergen. Doch irgendwie hatten wir das geahnt: In der Nacht hatte der Wind gedreht und unsere Ankerboje schwamm komischerweise im Lee der Flying: Da konnte doch etwas nicht stimmen! Nach einem fast einstündigen Manöver, (Tauchen wollten wir bei Dunkelheit nicht), gelang es uns dann schliesslich die „Unterwasserwooling“ (Kette war wohl um einen Felsen gewickelt) zu klarieren und Richtung Palma auszulaufen. Wie um ihrem Ruf nach einer windigen Bucht alle Ehre zu machen, empfing uns dann an der Einfahrt zur Bucht von Palma auch ein vollausgewachsener Ausläufer des Mistral, und so konnten wir schliesslich doch noch bei beachtlichen 5-6 Windstärken etwas stärkeren Segelwind geniessen.
Wie geplant liefen wir sodann gegen Mittag in Palma ein. Der Nachmittag war dann ausgefüllt mit dem „Papierkrieg“ und der „Schiffsputzete“, bevor wir den Törn am Abend bei einem gemütlichen Nachtessen in der Altstadt von Palma ausklingen liessen.